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Auftritt

Tübingen: Das Sommermärchen

Landestheater Tübingen: „Die letzte Karawanserei“ von Ariane Mnouchkine. Regie Christoph Roos, Ausstattung Katrin Busching

von

2003 haben Ariane Mnouchkine und das Théâtre du Soleil die weltweite Odyssee von Menschen auf der Flucht in kurzen, prägnanten Szenen auf die Bühne gebracht. Das Stück „Le Dernier Caravansérail“ zeugt vom Kampf ums Überleben in der globalisierten Welt(un)ordnung, in der Bürgerkriege, soziale, religiöse und ethnische Ausgrenzung, politische Verfolgung und ökonomische Aussichtslosigkeit Männer, Frauen und Kinder entgegen ihrem Willen um den Globus treiben. Die beispielhafte Theaterarbeit hat im deutschen Stadttheater unbegreiflicherweise keine angemessene Resonanz gefunden. Jetzt hat das Landestheater Tübingen alle Kräfte mobilisiert, um eine zweite deutschsprachige Aufführung des Stücks zu ermöglichen. Mit großem Erfolg: „Die letzte Karawanserei“ ist das Stück der Stunde.

Eine Odyssee von Menschen auf der Flucht – „Die letzte Karawanserei“ von Ariane Mnouchkine (hier mit Jürgen Herold). Foto Martin Siegmund
                                            „Die letzte Karawanserei“ von Ariane Mnouchkine. Foto Martin Siegmund

In einer Zeit der allgemeinen Flüchtlingshetze auf der Straße, in den rechten Parteien und in Teilen der Medien, einer Zeit, in der der Hass auf die Aufnahme der Geflüchteten aus Ungarn im September 2015 wahnhafte Züge annimmt, zeigt die Inszenierung von Christoph Roos die verdrängte Realität der „Festung Europa“ und anderer Kontinente (zum Beispiel Australien): Auf die globale Bewegung von Geflüchteten, Vertriebenen und Ausweglosen wissen immer mehr Menschen keine andere Antwort als brutale Abschottung und vehementen Nationalismus. So sehen sich die aufgrund von Krieg, Hunger und Angst aus ihren Heimatländern Aufgebrochenen ein zweites Mal als Ausgelieferte: ausgeliefert der Gewalt von Schleppern an den Grenzzäunen Europas, ausgeliefert der Gewalt des Zusammengepferchtseins in Lagern wie im französischen Sangatte in der Nähe der Einfahrt zum Eurotunnel, ausgeliefert dem Zynismus von australischen Richtern, denen es allein um Zurückweisung und Abschiebung geht, und so fort.

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