- Anzeige -

Thema

Die Weltkunstproduktion steht still

Programmdirektor Stefan Schmidtke über die Verschiebung des Festivals Theater der Welt im Gespräch mit Martin Krumbholz

von und

Stefan Schmidtke, sind Sie nach der Absage von Theater der Welt 2020 in Düsseldorf in eine Depression gestürzt?

Sefan Schmidtke. Foto: Thomas Rabsch
                                                 Stefan Schmidtke. Foto: Thomas Rabsch

Ich habe es sportlich genommen. Es hatte sich ein großer emotionaler Sog aufgebaut in den vergangenen Monaten, und der faltet sich plötzlich zusammen, das ist schon deprimierend. Andererseits bin ich heilfroh darüber, dass die nordrhein-westfälische Kultur­ministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen und der Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel gesagt haben, wir lassen es nicht ausfallen, sondern verschieben es ins nächste Jahr. Wenn man so will, haben wir ein Jahr gewonnen. Im Grunde ­haben wir jetzt erst das normale Zeitmaß für die Organisation des Festivals, statt zehn Monate nun 23.

Wann war Ihnen klar, dass der Termin sich nicht halten lässt?

Um den 15. März herum. Am 23. März hätten wir mit der Produktion „Leben und Zeit des Michael K.“ in Kapstadt beginnen müssen; daran sind Schauspielerinnen und Schauspieler aus dem Ensemble des Düsseldorfer Schauspielhauses beteiligt. Anfang März wurden alle etwas unruhig: Wird man überhaupt einreisen können? Dann kamen Meldungen aus Indonesien: Wir bekommen keine Visa. Das Gleiche dann aus Südafrika. Es lag gar nicht so sehr an uns, als vielmehr an der Situation überall in der Welt. Kanada hatte seine Flughäfen gesperrt. Spätestens da wusste ich: Wir kriegen es nicht hin. Vierhundert bis fünfhundert Menschen aus fünf Kontinenten in dieser Situation nach Deutschland zu bewegen – undenkbar. Auch wenn die Entscheidung, das Festival zu verschieben, natürlich in der Verantwortung unserer Träger liegt, sind wir uns vollkommen einig: Es geht um Gesundheit und Wohlergehen vieler tausend Menschen.

Das Berliner Theatertreffen und die Mülheimer Stücke fallen komplett aus. Da haben Sie es besser mit der Verschiebung um ein Jahr.

Diese Festivals werden im nächsten Jahr mit dem gleichen Budget arbeiten können. Das ist bei einem Triennale-Festival wie Theater der Welt etwas anders, hier wird jeweils ein besonderes Budget aufgerufen. Die Verschiebung macht organisatorisch und finanziell Mühe. Deshalb finde ich die allseitige Bereitschaft dazu so grandios.

Meistgelesene Beiträge

Alle

auf theaterderzeit.de

Das Kolloquium von Äschnapur

München feiert fünfzig Jahre proT – doch statt eines Symposiums hätte man lieber ein neues Werk von Alexeij Sagerer gesehen

Florentina Holzinger – Tanz

Koproduktion: Münchner Kammerspiele, Spirit und Tanzquartier Wien, Spring Festival, Theater Rotterdam, Künstlerhaus Mousonturm. Bühne Nikola Knezevic, Dramaturgie Renée Copraij, Sara Ostertag

Theater-News

Alle

auf theaterderzeit.de

- Anzeige -

Autorinnen und Autoren des Verlags

A - Z

Bild von Ralph Hammerthaler

Ralph Hammerthaler

Bild von Heiner Goebbels

Heiner Goebbels

Bild von Gunnar Decker

Gunnar Decker

Bild von Joachim Fiebach

Joachim Fiebach

Bild von Nis-Momme Stockmann

Nis-Momme Stockmann

Bild von Sasha Marianna Salzmann

Sasha Marianna Salzmann

Bild von Wolfgang Engler

Wolfgang Engler

Bild von Milo Rau

Milo Rau

Bild von Josef Bierbichler

Josef Bierbichler

Bild von Hans-Thies Lehmann

Hans-Thies Lehmann

Bild von Friedrich Dieckmann

Friedrich Dieckmann

Bild von Michael Schindhelm

Michael Schindhelm

Bild von Etel Adnan

Etel Adnan

Bild von Lutz Hübner

Lutz Hübner

Bild von Dirk Baecker

Dirk Baecker

Bild von Kathrin Röggla

Kathrin Röggla

Bild von Falk Richter

Falk Richter

Bild von Bernd Stegemann

Bernd Stegemann