Protagonisten

Pixel zum Anfassen

Die Ars Electronica in Linz verbindet virtuelle Realitäten und physisches Handeln

von

Werner Jauk, Psychologe, Musikwissenschaftler und Philosoph aus Graz, entwarf unter dem Titel „touch the sound 2.0 / sound-sculpting“ einen Raum, in der ein mittels Tracking-System verfolgter Mensch durch tänzerische Bewegung Klänge produziert, die ihn dann umspülen. Das Ganze hatte etwas von einem Instrument, da Jauk höhere Töne an höhere Ebenen im Raum koppelte und tiefere Töne an Positionen weiter unten.

Auf die Hände als Instrument griff Hiroshi Ishii von der Tangible Media Group des MIT zurück. Bei „SandScape“ gleiten die Hände durch einen mit kleinen Glasperlen gefüllten Tischsandkasten, um aus dem Material dreidimensionale Objekte aller Art zu formen. Diese Objekte werden in Echtzeit gescannt und auf einen Monitor übertragen – ein 3-D-Polylux gewissermaßen, mit dem Vorteil, dass die so erzeugten Strukturen manuell wie digital weiterbearbeitet werden können.

Das Interface „inForm“ besteht aus einer quadratischen Fläche von 900 Feldern, über die man mit der Hand streichen kann. Man kann die Felder berühren und damit dreidimensionale Wellenbewegungen auf dem Bord auslösen. Aber auch das berührungslose Darüberstreichen setzt die Felder in Bewegung, gesteuert von 900 kleinen Motoren, die unter jedem einzelnen Feld angeordnet sind. In beiden Fällen werden Klänge erzeugt beziehungsweise verändert. Ishii hält eine Ausweitung der „inForm“-Technologie auf Bühnengröße – und damit auf eine ganz neue Form des digital erweiterten Raumtheaters – für möglich. „Gegenwärtig ist es aber noch ziemlich teuer, über die Größe von 30 mal 30 Elementen hinauszugehen“, meint er trocken.

Zu seinem Konzept der „Radical Atoms“ kam der japanische Informatiker aus leidenschaftlicher Verachtung des Pixeluniversums. „Wir haben doch Hände, aber bei vielen der neuen digitalen Technologien benutzen wir sie gar nicht mehr. Was für eine Verschwendung“, meinte er. Sein Anliegen sei es daher, Pixel zu schaffen, die man anfassen kann. In Anlehnung an die freien Radikale der Biochemie nannte er sie „radikale Atome“. Ein echter Paradigmenwechsel. //

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