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Depot für widerständige Kunst

Der Ringlokschuppen Ruhr in Mülheim – ein Zentrum für zeitgenössisches Theater, Performance und Tanz – feiert sein 25-jähriges Bestehen

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Das zwölfköpfige Team um den Künstlerischen Leiter Matthias Frense und die Verwaltungsleiterin Andrea Friedrich stellt sein Programm breit auf. Es will raus aus den Filterblasen, Schnittmengen schaffen, Zielgruppen crossover denken und ungewöhnlich kuratieren. Bei der Feier anlässlich des Jubiläums im Dezember gab es keine großen Reden oder kostspielige Feuerwerke. Es traf Kabarett auf Basisdemokratie. Und ein Vortrag auf eine wilde Party. Zwei Programmpunkte der Feier standen dabei exemplarisch für die Arbeit des Schuppens in und für Mülheim: Den Anfang machte eine Aufführung von „Ourstory“, eines Stücks für Kinder von neun bis neunundneunzig. Erarbeitet wurde das Werk vom jungen Theaterkollektiv KGI – Büro für nicht übertragbare Angelegenheiten. Als partizipatives Forschungsprojekt in einer konsequenten Mischung aus Profis und Laien, entstanden die Texte mit allen Beteiligten gleichberechtigt in einem Writers Lab, orientiert an Bini Adamczaks „Communism for Kids“. Ein theoretisch fundierter, basisdemokratisch entwickelter, knallbunter Theaterabend, der keine Angst vor popkulturellen Referenzen hat. Der Aufführung von „Ourstory“ folgte ein Vortrag zum Thema „Partizipatorische Raumplanung für ausgegrenzte Stadtteile“, vorgestellt von Omar Mohamad und Bridget Fonkeu. Mohamad und Fonkeu erschlossen sich ihr Thema im Rahmen der Silent University, einer Wissensplattform für Geflüchtete und Asylsuchende mit Ablegern unter anderem in Stockholm und Athen. Seit 2015 gibt es sie dank des Ringlokschuppens Ruhr auch in Mülheim. Hier finden Akademikerinnen und Akademiker, die derzeit nicht oder nur eingeschränkt arbeiten können, eine Plattform und Öffentlichkeit. Untergebracht ist die Silent University Ruhr in den Räumen der dezentrale – eines mit dem Schuppen verbundenen „Mitmach-Raums“ in der Mülheimer Innenstadt. Sich nicht nur in der Künstler-Bubble aufzuhalten, sondern sich sehr konkret mit der Stadt und all ihren Herausforderungen auseinanderzusetzen ist den Macherinnen und Machern am Ringlokschuppen Ruhr seit seiner Gründung 1993 ein Anliegen.

Der Schuppen finanziert sich aus öffentlichen Mitteln der Stadt Mülheim und des Landes Nordrhein-Westfalen. Diese Gelder decken jedoch gerade mal die laufenden Kosten ab, der Löwenanteil für die Kunst kommt aus Drittmitteln, die das Ringlokschuppen- Team durch Anträge bei verschiedensten Förderstellen selbst einholt. Es kann sich also nicht ausschließlich auf die Kunst konzentrieren, sondern muss sich ständig fragen: Was wollen wir uns leisten? Was können wir uns leisten? Und wie können wir dem Anspruch an uns und die Kunst, die wir zeigen und produzieren, gerecht werden? Das ist oft schwierig gewesen. Doch dank seiner unermüdlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter steht das Haus heute auf soliden Füßen. Entscheidend hierbei ist: Der Schuppen hat sich nie angebiedert, sondern ist einer klaren künstlerischen und politischen Haltung treu geblieben. Sein buntes Programm ist kein Gemischtwarenladen, sondern so divers wie das Ruhrgebiet selbst.

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