Protagonisten

Aus der Perspektive starker Frauen

Schauspielchefin Anna Bergmann überlässt in Karlsruhe ausschließlich Frauen das Regiepult – ein Zeichen für die Gleichheit der Geschlechter

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Für Kontroversen sorgen die rein weiblichen Regiebesetzungen der Schauspielchefin bei den 308 000 Einwohnern der Stadt des Bundesverfassungsgerichts kaum. Viele Karlsruher sehen die geballte Frauenpower in der Führungsriege des Staats­theaters mit Operndirektorin Nicole Braunger, Ballettchefin Birgit Keil und Volkstheater-Leiterin Stefanie Heiner als ein Aushängeschild. Beim „Picknick auf Parkett“ auf der Bühne des Kleinen Hauses, zu dem das Volkstheater regelmäßig an Sonntagen einlädt, ist aus den Reaktionen der Männer und Frauen Neugier herauszulesen. Zugleich sind sie stolz auf die Pionierinnen, die Gleichberechtigung am Theater personell wie im Spielplan umsetzen. „Was ich bisher von den Regisseurinnen gesehen habe, finde ich einfach interessant“, sagt ein Besucher, für den das Geschlecht der Künstler „erst mal zweitrangig“ ist.

Dann diskutieren die Gäste aller Generationen an Tischen bei Blätterteigtaschen und Nudelsalat über politische Themen, die sie bewegen. Der ehemalige SPD-Politiker und Richter Jan Stöß, inzwischen Mitarbeiter am höchsten deutschen Gericht in der badischen Großstadt, hält einen Impulsvortrag zum Thema Rassismus. Darüber wird an den Tischen engagiert gestritten. Schilfhalme aus Plastik und Lichterketten sorgen für entspannte Atmosphäre. „Es ist schön, dass die Stadtgesellschaft an einem Sonntagmorgen ins Theater kommt und über Themen diskutiert, die uns bewegen“, lobt der Jurist die Offenheit des Hauses am Ettlinger Tor. Auch das Schauspiel hat eine eigene Reihe initiiert. Anna Haas, die stellvertretende Chefin der Sparte, stellte im Rahmen des neuen Formats „Die Zukunft ist weiblich“ die Karlsruher SPD-Politikerin Gerlinde Hämmerle vor, die seit mehr als fünfzig Jahren für die Rechte der Frauen kämpft. Emanzipation hat in der Stadt Tradition.

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