Gespräch

Was macht das Theater, Bettina Schültke und Peter Staatsmann?

von , und

Was ließe sich, wenn überhaupt, aus ­Ihrem Fall für die Zukunft lernen?

Wie kann man erfolgreich gegen die Rechten agieren? Es gibt gegenwärtig viele Erklärungen, aber nur wenige inhaltlich anspruchsvolle künstlerische Auseinandersetzungen. Unsere Inszenierung zeigt, wie gegen Rechtspopulismus im Theater anzugehen ist. Das Stück löst planvoll einen sozialen Kommunikationsprozess aus, der nachhaltig wirken kann. Dies scheint uns auch die entscheidende Richtlinie für den Umgang mit den Rechten zu sein: Konsequente Desavouierung ihrer Inhalte als phantas­matisch, irreal und imaginär – durch die Verschiebung auf eine formale ­Ebene. So sind wir auch in unseren Er­widerungen auf die Presseerklärungen und Angriffe der AfD verfahren – die sich dadurch offensichtlich viel stärker attackiert fühlt als durch die seriöse Erwiderung. Diese werden nämlich durch die AfD-Taktik der unaufhör­lichen vulgären Attacken unterlaufen: Auf ­jedes seriöse Argument erfolgt immer nur eine weitere Eskalation in der vulgären Beschimpfung und dem offenen Behaupten von blankem Unsinn. Der eigentliche Clou unseres Stückes ist, die AfD nicht als gleich­berechtigten Gesprächspartner, sondern als lebendes und virulentes Beispiel für die all­gegenwärtige Regression von Menschen im Zeitalter der digitalen und rückhaltlosen ­Globalisierung zu nehmen. Wir sehen bei ­einigen der brachialen Führerfiguren der AfD, dass sie es darauf anlegen, mythisiert und dämonisiert zu werden, auch mit den düstersten historischen Doubles. Die Inszenierung gewährt der gesamten Repräsentanz der Rechten jedoch weder Raum noch Aura, sondern nimmt sie als das, was sie sind: ein krank­machendes Therapeutikum für sozial­patho­logisch „verlorene Seelen“. //

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