Der Nestroy-Preis für das Lebenswerk geht an Andrea Breth und der Autorenpreis an Sibylle Berg

Die Preisträger in den ersten zwei Kategorien des Nestroy-Theaterpreises stehen fest. Die Verleihung wird am 24. November 2019 im Theater an der Wien stattfinden.

In der Jurybegründung zu Andrea Breth heißt es, sie bekomme den Nestroy-Preis als „Würdigung einer großen Theatermacherin, deren Lebenswerk noch lange nicht vollendet ist“. Sie habe aber bereits den Status einer lebenden Legende, da „sie stets im Widerstand zu allen Trends, Moden und Exzessen des Regietheaters mit heiligem Ernst am ‚Puls der Dichter‘ inszeniert, niemals ein schickes Konzept über das Stück und die Akteure stülpt, sondern immer auf der Basis einer sorgfältigen Tiefenanalyse des Stücks arbeitet, dabei keinerlei Verschlampung der Sprache sowie des Ausdrucks duldet und so als ‚Hohepriesterin der Akribie‘ ihre Schauspieler zu Höchstleistungen animiert.“

Andrea Breth wurde 1952 in Rieden bei Füssen geboren und wuchs in Darmstadt auf. 1983 bis 1985 war sie am Theater Freiburg engagiert. 1986 bis 1989 arbeitete sie am Schauspielhaus Bochum. Von 1992 bis 1997 war sie Künstlerische Leiterin der Berliner Schaubühne und von 1999 bis 2006 arbeitete sie als Hausregisseurin am Burg­theater Wien. Seit 2008 inszeniert sie frei u.a. am Burgtheater, bei den Salzburger Festspielen, der Ruhrtriennale, am Düsseldorfer Schauspielhaus, Schauspiel Frankfurt, Residenztheater München, an der Oper Leipzig, Staatsoper Stuttgart, Styriarte in Graz, Théâtre Royal de la Monnaie, Staatsoper im Schiller Theater Berlin und De Nationale Opera in Amsterdam. Sie erhielt neben zahlreichen anderen Auszeichnungen bereits 2003 den Nestroy-Preis für die beste Regie und wurde mehrfach zum Theatertreffen eingeladen. Sie ist zudem Trägerin des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse und des Großen Verdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland.

Sibylle Berg erhält den Autorenpreis in der Kategorie „Bestes Stück“ für ihr „Hass-Triptychon – Wege aus der Krise“. Dieses wurde als Koproduktion zwischen den Wiener Festwochen und dem Maxim Gorki Theater Berlin von Ersan Mondtag inszeniert. Bei den Wiener Festwochen fand bereits die Uraufführung statt, am Maxim Gorki Theater wird jedoch am 17.11. noch einmal Premiere gefeiert. „Ein düsterer Befund unserer westeuropäischen Gesellschaft amüsiert als brillant formulierte Dystopie mit enormem Spaßfaktor“, so die Jurybegründung.

Sibylle Berg wurde 1962 in Weimar geboren und lebt heute als Autorin und Dramatikerin in Zürich. Ihr Werk umfasst 25 Theaterstücke, 15 Romane und wurde in 34 Sprachen übersetzt. Sie fungierte als Herausgeberin und verfasst Hörspiele und Essays. Ihr Werk wurde u.a. bereits mit dem Marburger Literaturpreis (2000), dem Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis (2016) und dem Thüringer Literaturpreis (2019) ausgezeichnet.

Unter den weiteren Nominierten des Nestroy-Theaterpreises befinden sich:

Beste Schauspielerin: Andrea Wenzl, Anna Drexler, Steffi Krautz, Maja Schöne, Caroline Peters

Bester Schauspieler: Benny Claessens, Lukas Holzhausen, Jörg Pohl, Steven Scharf, Johannes Silberschneider

Bester Nachwuchs weiblich: Anna Rieser, Enis Maci, Pinar Karabulut

Bester Nachwuchs männlich: Matthias Rippert, Moritz Beichl, Niklas Doddo

Beste Regie: Kornél Mundruczó, Dušan David Pařizek, Johan Simons

Eine Übersicht aller Nominierten in allen vierzehn Kategorien finden Sie unter nestroypreis.at

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