Vergabe des Lessingpreises und des Lessingstipendiums

Der mit 10.000 Euro dotierte Lessing-Preis der Freien und Hansestadt Hamburg geht 2017 an die Philosophin Prof. Dr. Juliane Rebentisch, die an der Hochschule für Gestaltung Offenbach Philosophie und Ästhetik lehrt. Sie wird für ihre Arbeiten zu Ästhetik und Kunst, Gesellschaft und Politik ausgezeichnet. „Durch Juliane Rebentischs Studien wird klar, auf welch riskante Weise die unsere Demokratie tragende Logik der Repräsentation und vor allem deren Legitimität zur Disposition steht – in einem doppelten Sinne: So arbeitet Juliane Rebentisch nicht nur an der Frage, welche Wirkung die Kunst auf gesellschaftliche Wirklichkeit hat. Sie wirft damit immer auch helles Licht auf die Frage, wie sich Macht in Demokratien inszeniert und darstellt, ja, wie sie überhaupt zu rechtfertigen ist“, so die Jury.

Mit dem Stipendium des Lessing-Preises, das mit 5.000 Euro dotiert ist, wird die Schriftstellerin und Theaterautorin Nino Haratischwili geehrt. Zu ihrem Werk zählt unter anderem der vielbesprochene Roman „Das achte Leben (Für Brilka)“, dessen Bühnenversion derzeit in der Regie von Jette Steckel am Thalia Theater in Hamburg zu sehen ist. Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien, überreicht Preis und Stipendium am 28. Januar 2018 während des internationalen Theaterfestivals Lessingtage im Thalia Theater.

„Mit der Wahl von Juliane Rebentisch und Nino Haratischwili hat das Preiskuratorium zukunftsgerichtet und mutig entschieden. Die Freie und Hansestadt Hamburg ehrt zwei unabhängige Geister: Juliane Rebentisch forscht an den Grenzlinien von Politik, Gesellschaft und Ästhetik – und folgt in ihrem Denken dem Vorbild Lessings. Sie ist eine wichtige Stimme in aktuellen Debatten. Seit der Ehrung Hannah Arendts vor fast 60 Jahren geht der Lessing-Preis damit endlich wieder an eine Frau. Nino Haratischwili, die das Stipendium erhält, gelingt es in ihrer Arbeit, Weltgeschichte ebenso poetisch wie humorvoll fassbar zu machen. Da Preise ja immer auch anspornen sollen, hoffen wir auf viele weitere Debattenbeiträge der beiden Preisträgerinnen“, so Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien.

In der Begründung für das Lessing-Stipendium schreibt das Preisrichterkollegium: „Die 1983 in Tiflis geborene Autorin Nino Haratischwili schreibt ihre Theaterstücke und Prosatexte in einer Sprache, die nicht ihre Muttersprache ist – in einem unverwechselbaren, ebenso brillanten wie humorvollen Deutsch. Im Zentrum ihrer Geschichten stehen große Familienepen, fatale Liebesdramen und literarische Mythen, und immer geht es um die Suche nach dem großen Glück.“

Der Lessing-Preis gehört zu den traditionsreichsten deutschen Kulturpreisen und wurde 1929 vom Senat anlässlich des 200. Geburtstages von Gotthold Ephraim Lessing gestiftet. Er wird alle vier Jahre an Schriftsteller oder Gelehrte verliehen, die sich im Sinne Lessings den Maximen der Aufklärung verpflichtet fühlen und in ihrer Arbeit zum Ausdruck bringen.  Die Stipendiaten sollen zudem eine besondere Beziehung zu Hamburg haben. Preisträger waren unter anderem Hans Henny Jahnn, Hannah Arendt, Peter Weiss, Walter Jens, Max Horkheimer, Jean Améry, Alexander Kluge, Jan Philipp Reemtsma, Karl Schlögel, Klaus Harpprecht und Wolfgang Schivelbusch. Zusätzlich wird das mit 5.000 Euro dotierte Stipendium des Lessing-Preises vergeben.

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