Die Zukunft hat begonnen

Theater der Zeit über das Stadttheater des 21. Jahrhunderts

Stadttheater - was will es, was kann es, was sind die Visionen für das 21. Jahrhundert? Diesen Fragen haben sich in der Novemberausgabe von Theater der Zeit der Stuttgarter Schauspielintendant Hasko Weber und Sebastian Hartmann, Intendant des Centraltheater Leipzig, gestellt.
Klar wird: Das Stadttheater hat eine Zukunft, wenn es sich vernetzt und sich über die bestehenden Formate hinaus in die Stadt öffnet. Soweit der erste Befund, dem weitere in dieser Spielzeit folgen werden.

Andrzej Tadeusz Wirth ist jemand, der seine Visionen schon verwirklichen konnte. Er ist der Begründer des Studiengangs der Angewandten Theaterwissenschaft in Gießen, aus dem u. a. René Pollesch, Hans-Werner Kroesinger und Rimini Protokoll hervorgegangen sind. Mit Theater der Zeit spricht der Vater des postdramatischen Theaters über das Geheimnis der Gießener Rezeptur, deren Auswirkungen auf die Theaterszene weltweit sowie über Brecht und den revolutionären Einbruch der Performance in die Theatertradition.

„Man kann den Krieg nicht sehen. Man kann ihn nur hören", sagt Etel Adnan. Die libanesische Schriftstellerin hat den Krieg in ihrer Heimat hautnah miterlebt und in ihrer Erzählung „Sitt Marie-Rose" verarbeitet. Es geht darin um Männer, die nur noch an Rache und Vergeltung denken, und um eine Frau, die zu ihrem Opfer wird. Anna Malunat und Hannah Schwegler haben aus dieser eindringlichen Geschichte eine Bühnenfassung erstellt, die in diesem Heft zu lesen ist.

Ironisch, bunt, schrill, aber auch liebevoll, verwundert und aufklärerisch blicken die Theater in diesen Monaten auf den Wende-November vor 20 Jahren. Mit der Deutschland-Revue „Drunter und Drüber" betreibt zum Beispiel das Theater Rudolstadt eine furiose Wendeschau. Am FFT Düsseldorf lädt die Gruppe Drama Köln zu einer Visite von „East Düsseldorf" ein, lässt Trabis die Konsummeile im Herzen der Stadt rauf und runter fahren, während sich vor den Augen der bewegungswilligen Zuschauer eine Romanze vor DDR-Devotionalien in Gang setzt. Dagegen schaut Dieter Kraft mit einem weinenden und einem lachenden Auge auf die Geschichte der einzigen freien Theatergruppe der DDR, das theater zinnober, zurück, dessen Einladungen zu Festivals im Ausland von administrativer Seite immer abschlägig beschieden wurden, mit der Begründung, dass eine Gruppe gleichen Namens in der DDR nicht existiert.

Außerdem hat Theater der Zeit sich in Zürich und Hannover umgeschaut, wo mit Barbara Frey und Lars-Ole Walburg zwei junge, frisch gekürte Theaterleiter ihre Arbeit aufgenommen haben und ist nach Mühlheim gefahren, um zu erfahren, ob die Aufführung von Rainer Werner Fassbinders heftig diskutiertem Stück „Der Müll, die Stadt und der Tod" tatsächlich zum Skandal geriet. Das Künstlerinsert präsentiert diesmal die Spezialistin für atmosphärische Präzisionsarbeit: die Bühnenbildern Katrin Brack.

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