Wenn die Hände schweigen

Das Februarheft von Theater der Zeit

Und wieder wird gespart in Deutschland. Und wieder müssen sich die Theater ducken. Während das Ruhrgebiet sich als Kulturhauptstadt 2010 feiert, wird im Hintergrund bereits eifrig am kulturellen Bestand gesägt.

Der Oberhausener Intendant Peter Carp plädiert eindringlich dafür, gerade in einer Stadt wie Oberhausen, die ein Rekorddefizit von 1,8 Mrd. Euro angehäuft hat, gegen die drohende kulturelle Verödung anzukämpfen. Soll es künftig nur noch Theater in den Gemeinden der Besserverdienenden geben, oder müssen Kunst und Kultur gerade da Flagge zeigen, wo nichts mehr geht?

Auch in den stillgelegten Kohlegruben, den ehemaligen Brauereien und einstigen Stahlwerken des Ruhrgebiets geht schon lange nichts mehr. Oder schaut man einfach nicht richtig hin? Der indische Autor Ranjit Hoskote hat im Rahmen der Theater der Zeit-Essayreihe Schöne Aussicht im Vorfeld des Festivals Theater der Welt 2010 in Mülheim und Essen seine Erinnerungen an das Ruhrgebiet aufgeschrieben und geheimnisvolle Orte zwischen Bombay und Bochum entdeckt.

Indien ist auch das Land der Computer- und High-Tech-Industrie und damit möglicherweise Ressourcenlieferant für die global vernetzte Kreativwirtschaft, die sich nach Meinung der Macher von Ruhr2010 künftig hier ansiedeln soll. Mehr Fügung als Zufall also, dass sich Dirk Baecker in diesem Heft fragt, welche Auswirkungen die Digitalisierung auf unseren Begriff von Kunst und Kultur, von Theater und öffentlichen Darbietungen hat.

Ganz ohne Chip kommt dagegen der Schauspieler Samuel Finzi aus. „Am Beispiel des Hummers" heißt sein neuer Soloabend an der Berliner Volksbühne nach Texten des amerikanischen Erfolgsautors David Foster Wallace. Theater der Zeit geht dem Geheimnis des gebürtigen Bulgaren, der mittlerweile zur ersten Reihe der Darsteller des Landes gehört, in einem Porträt nach.

Gegen bloße Lippenbekenntnisse und fragwürdige politische Absichtserklärungen zog auch der österreichische Maler und Bildhauer Alfred Hrdlicka zeitlebens zu Felde. Theater der Zeit sprach mit Regisseurin Christine Mielitz über die letzten gemeinsamen Theaterarbeiten mit dem großen Grantler der Weltbühne, dem Berserker der leisen Töne. Zudem präsentiert Theater der Zeit in der Februarausgabe eine Auswahl seiner Bühnenarbeiten und Grafiken im Künstlerinsert.

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