Halbzeitbilanz der Koalition der freien Szene

Die freie Szene Berlin zieht nach zweieinhalbjähriger Berliner Kulturpolitik der rot-rot-grünen Regierung eine ernüchternde Bilanz. Spartenübergreifend hatte sich im März 2012 in Berlin die Koalition der freien Szene gebildet, um auf die eklatante Fehlentwicklung im Berliner Kulturhaushalt aufmerksam zu machen.

„Seitens des Kultursenats ist von 20 Mio. Aufstockung für die freie Szene die Rede, die Zählung der freien Szene ergibt jedoch allenfalls 11 Mio., welche durch die steigenden Kosten für Wohnen und Räume schon weitgehend aufgezehrt werden. Immer noch nur 5 % des Kulturhaushaltes stehen für 95% der Künstler*innen Berlins. Das Arbeitsraumprogramm ist gescheitert, die Raumsituation für Künstler*innen nach wie vor katastrophal“, so die Koalition der freien Szene

Im Koalitionsvertrag der rot-rot-grünen Regierung (S. 120) stand im Wortlaut: „Partizipation und regelmäßiger Dialog mit den Kulturschaffenden Berlins bieten die Grundlage für die zukünftige Kulturpolitik. Dazu werden Netzwerke und selbstorganisierten Strukturen unterstützt und die administrativen Arbeitsstrukturen gestärkt.“ Dies kann aber nicht passieren, wenn der Sachverstand der Künstler*innen und Kulturproduzent*innen sowie ihre Selbstverwaltungsstrukturen in der Gestaltung und Realisierung der Berliner Kulturpolitik systematisch unberücksichtigt bleiben. Besonders kritisiert die Koalition die Raumproblematik.

Die freie Szene sucht weiterhin einen Dialog mit der Verwaltung und im Parlament und fordert einen inhaltlichen Neustart der Kulturpolitik. Bei einem „Weiter So“ sei Berlins Rolle als eine Welthauptstadt für künstlerische Produktion ernsthaft in Gefahr.

Quelle: https://www.theaterderzeit.de/blog/meldungen/personalien_strich_kulturpolitik/halbzeitbilanz_der_koalition_der_freien_szene/komplett/