Mit der EU Theater machen in acht Ländern

Zum Geleit / Preface

von

© Dimitri Kalashnikov
© Dimitri Kalashnikov

Am Anfang eines jeden guten Projekts steht eine Idee. Beinhaltet diese, dass man mit Partnern – und zwar möglichst vielen Partnern aus unterschiedlichen Ländern – etwas zusammen unternehmen möchte und dies über mehrere Jahre hinweg, dämmert einem wohl ziemlich schnell, dass man eine Menge Geld benötigt. Da der Blick bei „Power of Diversity“ von Anfang an auf mehrere Partnerorganisationen in Europa fiel, lag nahe, zunächst zu prüfen, unter welchen Bedingungen es einen Zuschuss von der EU geben könnte. Und so wandte sich Matthias Rettner vom Freiburger Aktionstheater PAN.OPTIKUM sehr früh, noch in der Keimphase des Projekts, an uns, um zu erfahren, welche Grundvoraussetzungen zu erfüllen wären, um mit einiger Aussicht auf Erfolg mit einem eigenen Antrag am Vergabewettbewerb teilzunehmen. Wir, das ist der „Creative Europe Desk KULTUR“ (CED KULTUR), die nationale Kontaktstelle für die Kulturförderung der EU, die bei der Kulturpolitischen Gesellschaft im Bonner Haus der Kultur angesiedelt ist. Hier können potenzielle Antragsteller sich beraten und gegebenenfalls während der Antragstellung begleiten lassen. Dass das Projekt „Power of Diversity“ durchaus europäisches Potenzial entwickeln könnte, wurde rasch deutlich, zumal es den Projektverantwortlichen von Anfang an um einen echten Austausch mit den Partnern ging. Was folgte, waren mehrere Wochen wiederholter intensiver Beratung per Telefon und E-Mail, um letztendlich für die Juroren klar genug zu formulieren, dass das geplante Projekt den Programmzielen der EU durchaus entspricht. Durch die eingehende Beschäftigung mit diesem Programm fand sogar noch die eine oder andere Maßnahme Eingang ins Projekt, die dieses nun noch runder und dynamischer und, wie man hören durfte, für alle Beteiligten noch befriedigender machte.

Ein für die Schreiberin dieser Zeilen beglückendes Erlebnis war die Teilnahme an der Premiere der zweiten – der großen – Projektphase. Neben dem an sich schon sehr beeindruckenden öffentlichen Auftritt in Freiburg, den an zwei Abenden jeweils rund 3000 Menschen verfolgten, berührte vor allem der nähere Kontakt zu den Mitwirkenden während des Empfangs beim Freiburger Bürgermeister unmittelbar vor der Premiere. Aus Zeitgründen erschienen die meisten Darsteller bereits geschminkt im Rathaus. Es war spürbar, dass es gelungen war, in den wenigen vorangehenden Probenwochen aus der völlig international zusammengesetzten Gruppe (drei Jugendliche aus jedem Partnerland, mit jeweils völlig unterschiedlichen Fähigkeiten) ein kohärentes, bestens aufeinander eingestimmtes Team zu machen. Dies wurde anschließend bei der beeindruckenden Aufführung bestätigt. Die Freiburger Projektleiter haben sich darüber hinaus als begabte Kommunikatoren erwiesen, die nicht nur verdeutlichen, dass es sich hier um ein von der EU gefördertes Projekt handelt, sondern es über einen längeren Zeitraum und verschiedene Kommunikationswege schaffen, ein breites Publikum am weiteren Gedeihen des Projektes interessiert zu halten. Bei Redaktionsschluss startet das Projekt gerade in die letzte Phase der internationalen Tournee. Interessant wäre, nicht nur hier - über auf dem Laufenden gehalten zu werden, sondern auch nach Abschluss des Projektes zu erfahren, ob der eine oder die andere beteiligte Jugendliche sich vielleicht im weiteren Werdegang von dieser intensiven Erfahrung hat inspirieren lassen und beruflich einen entsprechenden Weg eingeschlagen hat. Oder ob sich durch die Bekanntschaft mit Darstellenden aus anderen Ländern Weiteres ergeben hat. Denkbar wäre das allemal.

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