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VOLKSPALAST

Recherchen 30

VOLKSPALAST

Zwischen Aktivismus und Kunst

Herausgegeben von , , , und

Paperback mit 288 Seiten, Format: 140 x 240 mm
ISBN 978-3-934344-72-3

Vorwort

Der Palast der Republik ist ein Streitobjekt. Ein Objekt ideologischer Auseinandersetzungen seit mehr als 15 Jahren. Ein Streitraum. Ein Ort für Diskussionen und Auseinandersetzung. Solche Orte brauchen wir. In seinem jetzigen Zustand löst er Nachdenken über die Zukunft aus wie kein anderes Gebäude. Er ist ein DENKRAUM für die Zukunft.

Von außen wirkt er für manche wie eine Trutzburg der Vergangenheit, doch wer ihn betritt, begibt sich auf eine Reise in die Zukunft. Drei Jahre Zwischen-Palast-Nutzung haben das Gebäude umkodiert, einen Paradigmenwechsel in Bezug auf seine Betrachtung ausgelöst. Er ist zu einem Symbol für die Zukunft geworden. Neue Nutzungsideen, eine Generation der 20 bis 45-Jährigen, die rückwärtsgewandte Konzepte ablehnt und sich aufmacht, neue Konzepte zu entwickeln.

Das Buch dokumentiert diese Zeit der Zwischennutzung, zieht eine Zwischenbilanz, dokumentiert die Ereignisse und fragt nach der Zukunft. Das Kapitel Die leere Mitte informiert über das Planspiel Zwischenzeit: über die Hindernisse, die auf dem Weg zur Öffnung zu überwinden waren. Aufsätze von Mitgliedern des Vereins Zwischen-Palast-Nutzung und Initiatoren und Beteiligten von VOLKSPALAST berichten vom anfänglichen Scheitern und endgültigen Gelingen der Planungen und Projekte. Welche Rolle und Ergebnisse politisch bewusste künstlerische Intervention befördern, welche Auswirkungen das auf aktuelles städtisches Leben, eine lebendige Stadt als Produktion sort und kulturelle Strategien haben kann, wird in weiteren Aufsätzen wie dem der Intendantin des Schauspielhauses Frankfurt, Elisabeth Schweeger, den programmatischen und fordernden Texten des Theaterkurators Matthias von Hartz und des Kunst - kurators Florian Waldvogel diskutiert. Ein Gespräch zwischen Wolfgang Kaschuba, Professor für europäische Ethnologie, und zwei der künstlerischen Leiter von VOLKSPALAST, Amelie Deuflhard und Matthias Lilienthal, erläutert, wie solche Ereignisse wie die Bespielung des Palasts das städtische Zentrum zumindest temporär verändern können und wie viel eine Stadt gewinnen könnte, setzte sie auf innere Lebendigkeit. Philipp Oswalt, ebenfalls künstlerischer Leiter von VOLKSPALAST, beschreibt gemeinsam mit Philipp Misselwitz als Architekt, welche Rolle Zwischennutzungen für urbane Entwicklungen spielen können.

Die Essays der französischen Stadtsoziologin Claire Colomb, des Architekten Wolfgang Kil und der Humangeografin Stella Schmid beschäftigen sich aus ihren professionellen Perspektiven mit den Wahrnehmungsweisen des Umgangs mit dem Palast seit seiner Schließung, unter der Rubrik Leerstelle Zukunft haben wir die Beiträge einiger Architekten versammelt, die einerseits aus stärker städtebaulich-architektonischer Sicht (wie die Arbeiten von Karl Ganser und Philipp Misselwitz/Stefan Rethfeld) die Widersprüchlichkeiten bezüglich der Schlossplatzbebauung erörtern. Welche politischen und gesellschaftlichen Aussagen damit verbunden sind, analysieren und beschreiben Rem Koolhaas im Gespräch, Bruno Flierl und Peter Conradi.

Um zu zeigen, welche Energie solche temporären Stadtveränderungen mit sich bringen können, dokumentieren die zwei Bildstrecken der Bespielungen von VOLKSPALAST 2004 und 2005. Denn damit hat Berlin gezeigt, wie aus innovativen Zwischennutzungen Impulse für Neues entstehen können. Nicht als Verstetigung provisorischer Nutzungen, sondern als Keimzelle neuer Ideen, Kulturen, Netzwerke, Programme, Orte. Die Zwischennutzung war Anfang eines kulturellen und sozialen Prozesses, der hoffentlich nicht abreißt, über dessen Fortlaufen aber - wie in den versammelten Statements von an den Palast betreffenden Entscheidungen beteiligten Politiker/innen und Kurator/innen, Journalist/innen, Kulturveranstalter/innen, Wissenschaftler/innen zu sehen ist - keinerlei Einigkeit besteht. So stehen sachliche Analysen neben persönlichen Betrachtungen.

»VOLKSPALAST. Zwischen Aktivismus und Kunst« versteht sich nicht als bloße Dokumentation des Gewesenen, sondern auch als Instrument zur Intervention in eine noch nicht beendete Debatte.

Amelie Deuflhard, Sophie Krempl-Klieeisen, Philipp Oswalt

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