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Feminismus ohne schwere Theorie

Das Berliner Duo cmd+c durchleuchtet mit den Mitteln der „Transkunst“ Themen wie Machtmissbrauch im Theater

von

Foto: Lilli Emiliacmd+c [Marina Prados (l.) und Paula Knüpling]. Foto: Lilli Emilia.

2019 sprüht eine unbekannte Person auf eine Mauer der Garnisonkirche in Potsdam ein Graffiti, auf dem eine Frau die Sterne der EU verwischt. Kurz darauf wird die Performerin ­Paula Knüpling wegen „Hausfriedensbruch“ und „Zerstörung öffentlichen Eigentums“ verhaftet. Eine wahre Geschichte?

Für das Berliner Künstlerinnenduo cmd+c jedenfalls ist sie eine perfekte Vorlage, um daraus einen Theaterabend zu entwerfen, der schließlich als eine Art Lecture Performance unter dem Titel „Single Lives As Single Wants“ an der Berliner Schaubude zu sehen war. „Man kann die Kunst nicht von der Künstlerin trennen“, sagt Paula Knüpling mit Überzeugung. Gemeinsam mit ihrer Partnerin Marina Prados bildet sie die Theaterkompanie cmd+c, welche nach Grenzen von Fiktion und Realität, nach persönlichen Erfahrungen und Le­bens­utopien sucht. Das junge Künstlerinnenpaar lernte sich 2016 im Jugendtheater der Berliner Volksbühne P14 kennen. Der Funke sprang schnell über – im Privaten wie auch in Bezug auf das gemeinsame Verständnis von Kunst. Knüpling wurde 1995 in Berlin geboren und war bislang als Schauspielerin an der Volksbühne zu erleben (unter anderem in „Die 120 Tage von Sodom“ in der Regie von Johann Kresnik sowie bei P14). 2019 debütierte sie mit einer Hauptrolle im Spielfilm „Heute oder morgen“ (Regie Thomas Moritz Helm). Prados wurde 1994 in Barcelona geboren und studierte dort Schauspiel an der Escola Superior d’Art Dramàtic. Als Schauspielerin war sie neben ihrer Tätigkeit bei P14 unter anderem in der Produktion „Queerious – Die Geburt des Vulkans“ (Regie Moritz Sauer) am Studio – des Berliner Maxim Gorki Theaters zu sehen.

„Wir glauben nicht an das Genie, das ein Kunstwerk schafft. Der kollektive Arbeitsprozess ist mindestens genauso wichtig wie das Ergebnis selbst“, sagt Knüpling. Aus dem Bedürfnis heraus, abseits von etablierten Theaterstrukturen und Vorgaben eigene Geschichten zu erzählen, gründeten die beiden 2017 schließlich die Kompanie cmd+c. Unter diesem Label konzipieren sie ihre Projekte, inszenieren und schreiben Texte. Ihre erste gemeinsam verantwortete Theaterarbeit war das ­Experiment „Here“ (2018), das sich mit Raum-Zeit-Dimensionen auseinandersetzte. Das Stück wurde in den Städten Berlin und Barcelona von zwei Ensembles zeitgleich geprobt und aufgeführt. Im Zentrum stand der Versuch, die ­Distanz technisch zu überwinden.

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