Nobelpreisträgerin Toni Morrison verstorben

Die Schriftstellerin Toni Morrison ist am 5. August im Alter von 88 Jahren in New York City verstorben. Morrison, die 1993 den Literaturnobelpreis erhielt, galt als eine der wichtigsten Vertreterinnen der afroamerikanischen Literatur. 1931 in Ohio geboren, arbeitete Morrison nach einem Studium der Anglistik als Universitätsdozentin und Verlagslektorin. In ihren Romanen verhandelte sie vor allem historische Themen, dazu gehören ihr Debüt „The Bluest Eye“ (1970), „Song of Solomon“ (dt. Solomons Lied), „Tar Baby“ (dt. Teerbaby) und „Beloved“ (dt. Menschenkind), mit dem sie 1988 den Pulitzer-Preis gewann.

Theatertexte verfasste Morrison nur zwei. Ein Libretto zur Oper „Margaret Garner“ (Musik von Richard Danielpour), das den historischen Fall der Margaret Garner, einer geflüchteten Sklavin, die 1856 ihr zweijähriges Kind umbrachte, um es vor dem Rückfall in die Sklaverei zu schützen, verarbeitete; für das Sprechtheater schrieb Morrison das 1986 am Market Theater in Albany/New York uraufgeführte Drama „Dreaming Emmett“ (Regie: Gilbert Moses), welches vom rassistisch motivierten Mord an Emmett Till durch eine Gruppe weißer Männer 1955 in Money/Mississippi, vom darauffolgenden Prozess und dem Freispruch für die Mörder erzählt.

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