„Die Göttin Kunst! Und hier ist ihre Stätte!“

Zur Baugeschichte des Theaters Stralsund

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Wie schreibt man die mehr als hundertjährige Geschichte eines Theaters? Diese lange Zeit hat sich, wie ich in den letzten Monaten festgestellt habe, in Bergen von Theaterzetteln, Plakaten, Spielplanheften, Zeitungsartikeln, Fotos, Büchern und schließlich CDs und Festplatten materialisiert. Als ich anfing, stocherte ich wahllos in dem Material herum wie in einem Heuhaufen, auf der Suche nach kleinen Schätzen: Eine unvergessene Inszenierung. Theaterstars der Stadt oder spätere Berühmtheiten. Ein kleiner Skandal? Kann auch spaltend sein, polarisierend, aber immer bewegend. Ja, was war wichtig? Und warum? Bemerkenswert? Gar legendär? War ich gerade noch der Meinung, mich mit dem Stralsunder Theater ganz gut auszukennen, musste ich spätestens jetzt feststellen, wenig, viel zu wenig zu wissen. Die hundert Jahre waren keine aus Zahlen und Fakten bestehende, akademisch zu erfassende Zeitspanne mehr. Jeder Tag steckte voller Geschichten von all den Menschen, die durch das Theater und die Stadt gelaufen waren. Und da ich von Natur aus neugierig bin, wollte ich so viel wie möglich darüber herausbekommen und stürzte mich in den Heuhaufen, also auf die Lektüre.

Foto Holger Herschel
Theater Stralsund. Foto Holger Herschel

Das vorliegende Buch zeigt besondere Inszenierungen, Uraufführungen, kleine Schätze, die die Stralsunder in ihrem Theater glücklich gemacht haben. Ebenso aber geht es um städtische Kulturgeschichte, denn dieses Haus war immer auch getragen von den gesellschaftlichen und politischen Ereignissen in der Stadt und der Theaterbegeisterung der Bürgerschaft im Rathaus. Ebenso aber auch von kulturpolitischen Trends und Vorgaben aus dem nahen, ach so fernen Berlin.

Oft habe ich mich gefragt, wieso Intendanten nicht eigentlich ein Theatertagebuch führen. Dabei denke ich nicht an Winston Churchill, der gesagt hat: „Die Geschichte wird gut zu mir sein, denn ich werde sie selber schreiben …“ Aber es wäre schön, von ihnen als Zeitchronisten und als Personen, die in der Stadt etwas zu sagen haben – wenn auch mit den großen Worten anderer – mehr zu erfahren.

Es hat riesigen Spaß gemacht! Großen Dank dem Stadtarchiv. Antje Gawenda von der Stadtbibliothek war Stütze und Beistand in jeder Hinsicht. Das ABC-Antiquariat begleitend in Rat und Tat. Ein besonderer Dank gilt Kirsten Heitmann, Leiterin Beleuchtung des Theaters Vorpommern. Und Karina Schulz, viele Jahre im Theater und im geistigen Besitz unzähliger Geschichten. Wolfgang Böhmer für seine klugen Anmerkungen zu meinem Manuskript. Und Ralf Lehm für seine Bereitwilligkeit und spontane Hilfe.

Stralsund im Juli 2015

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