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Jolanta Janiczak

geboren 1982, studierte Psychologie an der Jagiellonen-Universität in Krakau und absolvierte eine Schauspielausbildung. Am Theater machte sie sich jedoch zunächst vor allem als Dramaturgin einen Namen, die klassische Texte, Dramen und Romane adaptierte: u. a. Frank Wedekinds Frühlings Erwachen (2007), Pier Paolo Pasolinis Orgie (2010) und Michel Houellebecqs Elementarteilchen (2008). Ihr erster eigener Theatertext James Bond: Schweine sehen keine Sterne wurde 2010 am Teatr Dramatyczny in Walbrzych aufgeführt. Dabei kam zum ersten Mal ihre feministische Ader, die hintersinnige Sinnlichkeit ihrer Texte und ihre Neigung, vorgefundene Narrationen kräftig aufzumischen, zum Vorschein. Seitdem hat sie zahlreiche Dramen verfasst, die an vielen Theatern mit Erfolg gespielt wurden. Ihr neuestes Stück Der Fall Gorgonowa [Sprawa Gorgonowej], das im Stary Teatr in Krakau zur Aufführung kam, wurde 2016 mit dem renommierten Dramatikerpreis Gdynia ausgezeichnet. Jolanta Janiczak arbeitet seit dem Beginn ihrer Theaterkarriere im Tandem mit Regisseur Wiktor Rubin. Gemeinsam schufen sie unter anderem ein weibliches Triptychon, bestehend aus dem in diesem Band abgedruckten Stück Johanna die Wahnsinnige. Königin [Joanna Szalona. Królowa] (2011) sowie Zarin Katharina [Caryca Katarzyna] (2013) und Gräfin Báthory [Hrabina Batory] (2015).
Johanna die Wahnsinnige. Königin ist eine dramatische Fantasie über Johanna von Kastilien, Königin von Kastilien und Aragón im sechzehnten Jahrhundert, Ehefrau von Philipp dem Schönen und Mutter von Karl V. Der historischen Überlieferung nach wird Johanna Opfer eines politischen Machtkampfes, den die Familienmitglieder untereinander austragen. Nach Philipps Tod wird sie mehrere Jahrzehnte lang in der Festung von Tordesillas eingesperrt, wo sie abgeschieden von der Außenwelt über den einbalsamierten Leichnam ihres geliebten Mannes wachte. Jolanta Janiczaks Stück ist eher ein postmodernes Spiel mit möglichen Vorstellungen von Johannas Schicksal als der Versuch einer historischen Rekonstruktion. Die Autorin interessiert sich weniger für die „trockenen Tatsachen“ als vielmehr für die Emotionen, die Leidenschaften und die Körperlichkeit, die sich dahinter verbergen. Johannas Wahn beruht auf ihrer leidenschaftlichen Liebe zu Philipp, ihrer hysterischen Eifersucht angesichts seiner Seitensprünge und ihrer maßlosen Verzweiflung nach seinem Tod. Thema des Stücks ist somit der Körper, der kulturellen Zwängen, Qualen der Leidenschaft, Krankheit, Tod, Zerfall und nicht kontrollierbaren Obsessionen ausgesetzt ist. Johannas Körper und Sexualität desorganisieren jegliche Ordnung und halten sich nicht an die Regeln des politischen Spiels, das von ihrer engsten Umgebung betrieben wird. Ihre Leidenschaft ist eine Auflehnung gegen die Herrschaft und zugleich eine Methode, den Rahmen des historischen Diskurses zu sprengen.

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