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Magda Fertacz

geboren 1975, ist Dramatikerin, Drehbuchautorin für Theater, Film und Fernsehen sowie Innenarchitektin. Sie debütierte 2005 mit dem Drama Staub [Kurz] über emotional gestörte Menschen, die Eltern werden. Im nächsten Stück Absinth [Absynt] (2006) erzählt sie von einem Mädchen, das am Tag ihrer Hochzeit Selbstmord begeht. Mit Trash Story, ihrem dritten Drama, gewann Fertacz 2008 den Dramatikerpreis Gdynia, den wichtigsten Preis für einen Theatertext in Polen. Das Stück wurde in mehrere Sprachen übersetzt und sowohl in Polen als auch im Ausland aufgeführt. 2011 fand an der Akademie der Künste in Berlin die Uraufführung ihres Dramas Kalibans Tod [Smierc Kalibana] statt. Magda Fertacz schrieb zudem das Kinderstück Kleine weiße Luftballons [Biale Baloniki] (2010) und Drehbücher für historische Schauspiele im Museum des Warschauer Aufstands. Ihre Neigung, die gängigen historischen Erzählungen in Frage zu stellen beziehungsweise zu revidieren, die sich in Trash Story erstmals zeigte, trat auch in dem viel diskutierten Stück III Furien [III Furie] (2011) zu Tage, das Magda Fertacz gemeinsam mit Malgorzata Sikorska-Miszczuk schrieb und in dem wichtige Fragen über die nationale Identität und nationale Verbrechen gestellt werden.
Trash Story ist ein Stück über die Kriegstraumata einer polnischen Familie, deren Wurzeln sowohl in der Gegenwart als auch in der Vergangenheit liegen. Die polnische Familie, die in einem Haus in den „wiedergewonnenen“, ehemals deutschen Gebieten wohnt, leidet unter dem Trauma des Sohnes, der als Soldat die Hölle im Irak erfahren hat, und der Erinnerung an das Schicksal des Großvaters, eines Auschwitzhäftlings. Der deutsche Vorbesitzer ihres Hauses kämpfte wiederum als Wehrmachtsoldat in Stalingrad. Das Haus wird von dem Geist seiner Tochter Ursula heimgesucht, die ihre eigene Geschichte erzählt, die noch nie erzählt worden ist – die Geschichte eines Mädchens, das gegen Ende des Krieges von der eigenen Mutter aus Angst vor den Vergewaltigungen durch die Rotarmisten aufgehängt wurde. Trash Story erzählt von der militärischen Gewalt, zeigt auch ihre symbolischen Wurzeln – das blinde Bekenntnis zu Patriotismus und Ehre – und offenbart die Existenz von Gewalt in der Familie und der Erziehung. Alle diese Motive werden in dem Eröffnungsmonolog des Irak-Veteranen aufgegriffen, den dieser wenige Augenblicke vor seinem Selbstmord hält. Er spricht nicht nur von seinem Kriegstrauma, sondern auch von seiner Erziehung im Kult der Pflichterfüllung und im Geiste martyrologischer Erzählungen.

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