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Milan Uhde

geboren 1936, ist Dramatiker und Schriftsteller. Seit den sechziger Jahren wirkte er als Redakteur des bedeutenden Brünner Monatshefts für Literatur, Kunst und Kritik Host do domu und gleichzeitig als Pädagoge an der Janáček-Akademie für Musik und Darstellende Kunst in Brno. Anfang der siebziger Jahre wurde er nach öffentlicher Kritik am Nachfolgeregime von 1968 auf die Liste der verbotenen Autoren gesetzt und sein Werk durfte bis 1989 nicht veröffentlicht werden. Seine Bücher erschienen als samisdat (Selbstverlag osteuropäischer Dissidenten) oder im Ausland. Uhde unterschrieb als einer der Ersten die Charta 77 und gehörte zu den aktiven Vertretern der tschechischen und slowakischen Dissidenten (Redakteur der samisdat-Publikation Lidové Noviny, Herausgeber der revue Most usw.) In den neunziger Jahren begann er, sich der Politik zu widmen – er wurde Kulturminister, Abgeordneter und Präsident der Abgeordnetenkammer des tschechischen Parlaments. 1998 beendete er seine politische Tätigkeit und widmet sich seitdem ausschließlich der Literatur und dem Theater. Uhde debütierte als Lyriker, widmete sich aber früh der Prosa-, Theater- und Rundfunkarbeit. Die erste Periode seines dramatischen Schaffens charakterisieren die politische Satire und von der absurden Dramatik beeinflusste Stücke (Výběrčí – Gasmann oder Der Kassierer, 1968, Svědkové – Die Zeugen, 1965, Ten, který přichází – Der, der kommt, 1967). Bedeutende Resonanz fanden auch seine Stücke, die aktualisierte Paraphrasen älterer Vorlagen waren – Král-Vávra (König Vávra,1965), basierend auf Motiven des Gedichts von K. H. Borovsky, oder das theatrale Apokryph der antiken Antigone, Děvka z města Théby (Die Hure von Theben, 1967). In den siebziger und achtziger Jahren entstanden vor allem Dramatisierungen, die unter einem Pseudonym auf die Theaterbühnen gelangten – vor allem Balada pro banditu (Ballade für einen Banditen), die das Theater Divadlo na provázku in Brno 1978 als Schauspiel mit Gesang (und der Musik des Komponisten Miloš Štědron) aufführte. Uhde setzte auch in dieser Zeit seine Auseinandersetzung mit der Absurdität der Alltagsrealität der totalitären Tschechoslowakei und anderen politischen Themen fort – wie im Rundfunkmonolog Modrý anděl (Ein blauer Engel, 1979), der die Dissidentenverfolgung dokumentiert, oder in der Lebenslaufparodie Karl Marx‘, Zvěstování aneb Bedřichu jsi anděl (Die Verkündigung oder Friedrich, du bist ein Engel, 1986). In den letzen Jahren hat sein Stück Zázrak v černém domě (Wunder im schwarzen Haus, 2002) große Anerkennung seitens der Kritik erlangt. Als Autor von Musicallibretti arbeitet er gemeinsam mit Miloš Štědron seit vielen Jahren mit dem Städtischen Theater Brno zusammen, einer bedeutenden Musikbühne (z. B. Divá Bára – Die wilde Bára, 2012). Milan Uhdes Stücke wurden in viele Sprachen übersetzt.

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